Judith Rodriguez, Argentinien

Ich bin mir sicher, dass Judith Rodriguez noch nie von Ulrich Mack, dem legendären deutschen Photographie-Dozenten gehört hat. Dennoch lebt kaum ein Photograph das Mack´sche Zitat „Make friends with a camera“ so konsequent wie Judith Rodriguez. Sei es in ihrer Heimat Argentinien, oder wie kürzlich, als sie als „Photographer in Residence“ war, in Wilson, North Carolina: stets beobachtet sie aufmerksam, entwickelt ein Gefühl für Stimmungen und geht offen auf Menschen zu. Was Neugierde zu sein scheint, ist bei ihr Interesse, Interesse daran Menschen zu begegnen, Menschen, die, und sei es nur für einen kurzen Moment, Teil ihres Lebens werden. So offen sie auf Menschen zugeht, sich auf sie und ihre Geschichten einlässt, so offen reagieren diese – zum großen Teil wildfremden – Menschen auf Judith Rodriguez und ihre Kamera. So kann es schon mal passieren, dass jemand, der normalerweise einen weiten Bogen um jede Kamera macht, sich bereitwillig von ihr photographieren lässt. Man begegnet sich auf Augenhöhe, von Mensch zu Mensch. Und manchmal entstehen daraus Freundschaften.