Günter Auzinger, Österreich

Mit Auzingers Photographien verhält es sich ähnlich, wie mit ersten Berührungspunkten formaler Logik: erst scheint es ziemlich kompliziert und schwer verständlich zu sein, zumal wenn man sich einen wesentlichen Teil der Gleichung erst noch erarbeiten muss. Aber wenn man das zugrunde liegende Prinzip verstanden und die einzelnen Schritte genau betrachtet hat, dann ist es anregend, mitunter auch erfrischend. Zuweilen enthalten seine Bilder Anspielungen, Zitate gar und manchmal sind sie in sich geschlossene Systeme sui generis: dann heißt es, sich das Bild selbständig zu erschließen. Günter Auzingers Arbeiten entziehen sich leichtem Verständnis. Sie zu lesen, zu analysieren und zu interpretieren verlangen dem Betrachter einiges ab, aber das, was sie nach erfolgreicher Dekodierung geben, ist dieser Mühe mehr als wert. Seine Arbeiten sind so analytisch, wie kommentierend, sie zeigen nicht, sondern machen aufmerksam und laden zu schlussfolgerndem Denken ein. Logisch, oder?