Andrea Torrei

(Englische Version / english version)

Rom, Italien

Ein Hund sucht im Müll nach Fressbarem. So sollte kein Tier, weniger noch ein Mensch, leben müssen: Trostlosigkeit in Reinkultur.

Aber nichts ist ganz so, wie es auf den ersten Blick zu sein scheint. Zum Schutz vor Schmutz und Kälte haben die Besitzer den Hund mit alten Kleidungsstücken angezogen: Was ein Photo umfassender Trostlosigkeit zu sein scheint, handelt doch von Würde; der Würde derer, die, obgleich sie selbst kaum etwas haben, dieses wenige noch teilen. Andrea Torrei gibt sich in ihren Photographien nicht mit dem offensichtlichen zufrieden, sie sucht nach Bedeutung, nach Beziehungen; der Bedeutung hinter dem Bild und der Beziehungen der Protagonisten ihrer Bilder zueinander, aber auch ihrer eigenen Beziehung zu denen, die sie photographiert. Ob in den Slums des indischen Subkontinents oder den Boulevards von Paris, stets tritt sie denen, die sie photographiert mit der gleichen Achtung und freundlichen Neugier gegenüber. Hier will niemand nur schauen, sondern verstehen, nicht abbilden, sondern zeigen, nicht werten, sondern Würde vermitteln. Sie nimmt uns mit auf ihre Reise, eine Reise zu anderen, zu sich selbst, zu uns: Ecce-Homo.

Andrea Torrei
English Version

Andrea Torrei:

A dog is searching food in the garbage. No animal or even human being should live this way: desolation in pure culture.
It is not what it seems to be at the first glance. As protection against dirt and cold the dog has been dressed with old clothes by his owners: A picture which seems to be full of desolation is about dignity; dignity of those, who still share even though they do not have enough for themselves. Andrea Torrei does not content with the obvious in her pictures, she looks for a meaning, relations; The meaning behind the picture and the relationship between the protagonist in her photographs and her own relationship to those she is taking the picture of. In the slums of the Indian subcontinent or the boulevards of Paris, she is confronting all of them with the same manners of respect and friendly curiosity. She isn´t someone who simply wants to watch, but also understanding, not displaying but showing, not classifying but giving dignity. She is taking us on her journey, a journey to others, herself and ourselves: Ecce-Homo.

(Deutsche Version / german version)